my story
für jeden dens genauer interessiert...
angefangen hat alles ca. 1998, in der zeit als ich noch dem skateboard huldigte. das war mit meinen damals 17 jahren das was mich am meisten motiviert hat und mir die chance gab mich selbst zu erfahren, meine grenzen zu testen, meine motorischen fähigkeiten zu sensibilisieren und mit gewissen problemen die ich in meiner kindheit hatte in den letzten 4 jahren besser fertig zu werden. sei es die scheidung meiner eltern, das ständige umziehen und freunde verlieren, die schläge meines stiefvaters oder was auch immer.
was ich damit sagen will: mir gab diese "breithosenkultur", wie ich sie nenne, alles was ich damals so dringend brauchte. eine ambition, ein paar freunde die man täglich sah, ein zugehörigkeits- und nach jedem gestandenen trick ein selbstwertgefühl.
während dieser ganzen zeit hatte die musik noch eine nebenrolle und war für mich eben ein anderer teil dieser ganzen bewegung. mein vater, bei dem ich die letzten 10 jahre wohnte, war und ist jazz-fanatiker; was mich natürlich auch stark geprägt hat. mein erstes hiphop- und rap-tape bekam ich mit ca. 14 jahren von meinem damaligen betreuer im "haus der jugend"; sowas wie ein sommerhort. an dem tag war streetball am programm und er hatte das teil in einem blaster auf rotation. ich hab ihn dann gefragt ob ich das haben kann und am nächsten tag eine kopie bekommen. das beste an der geschichte ist aber dass eben jener betreuer der vater von raptoar, für viele heute der talentierteste mc im dnk-movement, ist.
mein erstes album das ich mir gekauft hab war "the score" von den fugees, das mich heute immer noch schwer beeindruckt. aber richtig angefangen hat alles als ich irgendwann wieder mit der lokalbahn am weg von bürmoos in die stadt war um in die skaterhalle zu kommen und mir ein freund etwas vorgespielt hat... deutschsprachigen rap!!! ich bin am nächsten tag los um mir das album zu kaufen; "lauschgift" von fanta4. ich war so schwer fasziniert dass ich das ganze ding bald auswendig konnte. ca. 5 alben später (eins zwo, freundeskreis, massive töne, afrob...) kam es dann zu meinem ersten text.
ich war inzwischen schwer angesteckt von der möglichkeit in musik so viel aussage zu packen. mit nichts konnte ich mich so sehr identifizieren wie mit meinen damaligen "helden". zitat von afrob: "musik ist was für die die keiner liebt". damals war rap in deutschland noch "conscious" und einfach realer als das heute eigentlich in den medien der fall ist. ich hab von rap so viel gelernt und das hat mir zb, zusätzlich zu dem was mir das skaten schon gegeben hat, werte vermittelt und mich der poesie näher gebracht. es dauerte allerdings seine zeit bis ich texte schrieb die ich auch wirklich in den takt brachte; genau so bis ich überhaupt jemanden fand der diese neue leidenschaft mit mir teilte.
von den ersten freunden die zumindest hiphop hörten bekam ich auch dann schnell meinen künstlernamen. timon auf englisch ausgesprochen wurde zu thaiman. mein erster richtiger austausch mit leuten die schon mehr erfahrung hatten fand bei meinem ersten konzertbesuch im rockhouse statt. afrob war da, und draußen saßen zwei bis drei jungs die einfach so gerappt haben. ich saß nur dabei und konnt es gar nicht glauben; einer aus münchen hat sogar gefreestyled. das hab ich bis zu dem zeitpunkt noch nie gehört.
auf einmal fragt mich einer ob ich auch rap... ich sag dass ich erst drei texte geschriebn hab, aber sie wolltens unbedingt hören. es war eine richtige überwindung aber sie fandens schon cool. einer gab mir kurz darauf hin die möglichkeit in einem juz aufzutreten. zwei von den heutigen mitgliedern des dnk-movements standen damals schon im publikum, und wie sie mir jahre später anvertrauten, hätten sie niemals gedacht dass das mein erster auftritt war.
als nächstes lernte ich den damals meist respektierten mc salzburgs kennen. 50cratez; er nahm mich sofort unter seine fittiche und stellte mich allen möglichen leuten vor. ich fühlte mich als hätte ich eine neue kleine welt betreten und ich beschloss in die stadt zu ziehn. wir besuchten reglmäßig nicht nur die "breitlife-jams" (rockhouse) die die, zu der zeit noch in salzburg wohnenden, dj´s sors und nuszknacker organisierten. dort machten wir uns ziemlich schnell einen namen als "einfach so".
ich fühlte mich auf anhieb auf der bühne daheim. es war unglaublich für mich wie die leute auf das reagierten was ich zu sagen hatte. so viel zuspruch hatte ich in meinem ganzen leben noch nicht bekommen. in den texten ging es um verschiedenstes und sie hatten auch unterschiedliche ansprüche. von sozialkritischen texten bis zu nummern die nur zum abgehen gedacht waren, war schon alles dabei; wir wollten unterhalten aber auch uns mitteilen. ich würde sagen dass wir schon eine außerordentlich persönliche und ehrliche ader hatten, die man auch in den battle-tracks nicht überhören konnte. mit der zeit wurde ich auch im freestyle versierter und war kaum noch zurückzuhalten. ich reimte immer und überall und lernte immer mehr charaktere kennen. allerdings steckte in salzburg die ganze szene komplett in den kinderschuhen, weshalb sich damlas schon einige an unsere versen hefteten obwohl wir selbst noch nicht die geringste ahnung hatten wie man einen track so richtig produziert.
charly schönswetter, der für mich der erste salzburger mc den ich auf der bühne stehn sah und sehr engagiert war, gründete damals ein eigenes label und lud einmal alle möglichen leute aus der gegend ein um ein mixtape zu produzieren. einer gebrauchten "groove box 303" von roland entlockte ich den ersten selbst produzierten beat; die ersten aufnahmen machte ich mit zwei minidisc recordern und einem billig-micro. nachdem breitlife eingestellt wurde löste sich unsere gruppe "einfach so" aber bald wieder auf. daraufhin herrschte öffentlich generell eine ziemliche ebbe in sachen hiphop in salzburg, wodurch sich das ganze wieder ein wenig zurück zu dem wohnzimmer-ding entwickelte. hiphop-veranstaltungen auf denen ich zumeist host und warmup war wurden zur rarität und ich kam mir ein wenig alleingelassen vor. das gab mir allerdings die möglichkeit am boden zu bleiben und mich mehr auf das wesentliche zu konzentrieren.
mit der crew tri-tek aus bad ischl, die ich beim ersten gig in der arge kennenlernte, machte ich in der zeit einige auftritte und sammelte sehr viele neue erfahrungen. sie hatten schon eine promo-cd draußen, haben schon mal in wien gespielt, stellten mich zum ersten mal vor ein studio-mikrofon und ermöglichten es mir meinen traum zu erfüllen mit live-bands zu spielen. "amenofils" der französisch rappende mc ist heute mein bester freund und ein fixer bestandteil des movements.
als ich zwischenzeitlich wieder aufs land zog lernte ich eine ganz frische crew aus dem nachbardorf kennen. dj crusade und dj derryl danston (der damals noch mc war und sich l_iot nannte) plus einige andere mc´s waren der "denker mobb". beim crusade im keller haben wir ganze nächte verbracht. er baute beatz und legte auf, l_iot, die anderen und ich rappten drüber. ich wurde gefragt ob ich nicht mitglied der gruppe werden möchte, was ich dankend annahm. später kam dj zero dazu. doch war es um nichts leichter. teilweise fehlende motivation, unwissenheit und ganz alltägliche crew-problemchen hinderten uns daran ein demo aufzunehmen. ich zog wieder in die stadt wodurch der kontakt sehr locker wurde. als crusade und l_iot ebenfalls gemeinsam in die stadt zogen starteten wir einen letzten anlauf der ebenfalls scheiterte.
in der zeit klopfte schon die nächste generation mc´s an meine tür, von denen jetzt die meisten auch im movement aktiv sind; das war so im jahr 2002. irgendwann hatte ich aber die schnauze voll immer nur im wohnzimmer zu freestylen. darum folgte ich der gemeinsamen idee von l_iot und mir und gründete während des zivildiensts das dnk-movement. die drei buchstaben dnk, eben aus dem wort denker abgeleitet, erinnern heute noch an die ehemalige crew, die sich im laufe dessen komplett auflöste (aber die letzten vier mitglieder sind immer noch im movement). nicht nur deswegen wurde mir einige skepsis entgegengebracht und es kostete mich einen haufen überzeugungskraft und noch mehr energie. zu anfang, ohne richtig zu wissen um was es gehn soll, gab es irgendwann die homepage auf der alle mir gut gesinnten talente presentiert werden sollten. die einzige idee dahinter war endlich aufzuzeigen dass es mehr als einen mc in salzburg gab und dadurch endlich wieder ein wenig unserer bewegung in die öffentlichkeit zu bringen.
"dyzmarec" - die größte crew im movement - brachte gerade ihren ersten tonträger plus einem release auf dem sich acht der movement mc´s im battle verbal die fresse polierten, und ms mc veranstaltete den ersten stylebreak-jam auf dem so gut wie alle der "movemenschen" auftraten.
so ging alles hand in hand und auf einmal sprengte ein lokaler hiphop-jam die fassungskapazität des jugend- und kulturvereins "mark". es kamen tatsächlich mehr als 400 leute! drei monate später wiederholte ich die jam im rockhouse das ebenfalls ausverkauft war!
was da passiert ist war für mich so gewaltig. seit da an geht es ständig bergauf. regelmäßig war jemand von uns auf lokalen partys zu sehn. bei einigen acts standen wir als vorguppe am flyer (visionairies, texta, rückgrat, die antwort...) und wurden immer öfter gebucht.
das alles gab mir die nötige energie endlich eine eigene demo zu produzieren. als wir in salzburg wieder mal vor-act von "texta" waren hab ich den flip gefragt ob er mir die sache mastern könnte. er willigte ein, was mich alleine schon sehr ehrte. aber jetzt wurde es richtig beschwerlich. ich hatte einige texte die ich schon ein paar mal live gespielt hatte, ein studio-mikrofon und einen pre-amp mit kompressor, aber noch immer keine ahnung. "ufo-beatz" aka beatmaster phil, den ich als producer von tri-tek kennenlernte und schon in wien wohnte, erklärte sich bereit sich dessen anzunehmen und die tracks mit mir zu recorden und abzumischen. nachdem ich die nummern selektiert hatte und mir die instrumentale von verschiedensten producern aus meinem umfeld besorgt hatte gings an die arbeit. aufgenommen wurde bei mir zu hause. es war allein schon wahnsinnig anstrengend mit so vielen producern in konakt zu bleiben und die arrangements zu machen. anschließend pendelte ich ein halbes jahr jedes zweite wochenende nach wien um in phil´s wohnung gemeinsam die tracks abzumischen. nicht selten bemerkte ich, erst wieder zu hause angekommen, was mir nicht gefiel und es ging von vorne los.
zwischendurch organisierte ich die zweite stylebreak-jam im rockhouse zu der ich zusätzlich zum hauptprogramm von dnk noch beinahe alle aus der heimischen szene einlud. das resultat war die seither bestbesuchte lokale hiphop-veranstaltung mit mehr als achzig performenden künstlern und über tausend zahlenden gästen. drei neue scheiben aus dem hause dyzmarec, wovon ich auf zwei davon vertreten war und das debut von msmc wurden im zuge dessen released.
als ich die erste version meiner demo ins texta studio brachte bekam ich ein paar tips von flip und überarbeitete die meisten tracks im anschluss schon wieder. bei der gelegenheit besuchte ich auch gleich die crew "die antwort", die uns einmal als voract für ihre releaseparty einlud. "dokta gc" gab mir den rat aus dem demo doch ein album zu machen und gab mir zwei neue beatz um "der einzug" zu vervollständigen, die er inklusive einer nummer die ich neu aufgenommen hatte abmischte. ich war und bin wirklich sehr dankbar für den starken support. ich hatte einfach das gefühl dass das schon etwas besonderes und nichts alltägliches war.
zufällig traf ich in meiner damaligen arbeit als handyverkäufer einen alten, entfernt bekannten, david fisslthaler, der inzwischen als grafiker arbeitete und meinte er hätte interesse mein cover zu designen. schicksal?
als ich das master endlich in der hand hielt kam die frage auf wie ich das album denn überhaupt herausbringen sollte. ein studio in wien in dem ich meine instrumental-platten schneiden ließ und das auch als label fungieren wollte, wurde auf mich aufmerksam. nach ewig langen verhandlungen, die mich um ein weiteres halbes jahr zurückschmissen, beschloss ich keinen vertrag zu unterzeichnen und stattdessen mein urlaubs- plus weihnachtsgeld zu investieren um die produktion der cd´s und der platten selbst zu finanzieren. für promotion blieb natürlich nichts mehr über und ich hatte auch ganz ehrlich nach der langen zeit von knapp eineinhalb jahren keine nerven mehr dafür. "dbh" (dj von "total chaos"), der den goalgetter plattenladen in wien führt, und schon die ersten tonträger aus dem hause dnk im shop stehn hatte, erklärte sich bereit für mein album den vertrieb zu übernehmen. von ihm bekam ich auch den strichcode und die kontaktadressen zu den presswerken und der künstleranmeldung. außerdem stellte er den ersten link zur fm4 radiosendung "tribe vibes" her, die mich darauf hin einluden um mit mir eine halbe stunde über meine produktion zu sprechen und reinzuhören. ich war überwältigt von solchen headz überhaupt registriert und dann auch noch unterstützt zu werden.
mit hilfe der vorlagen aus den presswerken passten wir das cover an und kurze zeit später erhielt ich tausend exemplare meines albums als cd per post. mir fiel ein mindestens zehn tonnen schwerer stein vom herzen als ich das erste von seiner folie befreite und mir die cd entgegen schien. sieben test-pressings vom vinyl kamen gerade noch rechtzeitig vor der releaseparty.
diesen abend im märz 2006, ebenfalls im rockhouse, teilte ich mir mit einer noch jüngeren crew aus salzburg namens "s.a.w." die ebenfalls gerade ihr erstes debut herausgebracht hatte. leider verlief in der richtung nicht alles so reibungslos, sodass ich noch einmal 200 euro aus eigener tasche drauflegen musste. aber technisch gesehn hatte ich noch nie so eine perfekte bühne. ich hatte mein altes studio-equipment schon verkauft und nahm meinen nigelnagel neuen pre-amp (spl gainstation1) mit. außerdem hatte ich meine eigenen ton- und lichttechniker vor ort. das programm hat perfekt gesessen. mit dj zero und meinen zwei hauptfeatures raptoar und amenofils hatte ich das programm ja im endeffekt schon im sommer des vorherigen jahres ein paar mal gespielt; unter anderem auf dem "wakeboard open - open air - festival" vor der sam ragga band. als der abend vorbei war konnte ich es gar nicht glauben dass wirklich alles erledigt war. ein komisches gefühl auf einmal nichts mehr tun zu können. aufs vinyl bin ich heute noch stolz, da es noch immer das einzige in sachen rap aus salzburg ist.
es folgten einige sehr entspannte auftritte in ganz österreich und ich hatte erreicht was ich damit wollte. mit "der einzug" den auftakt für eine hoffentlich lange reihe von guten dnk-alben im öffentlichen raum zu machen und einige türen und tore zu öffnen. zb kam ich wieder zu tribe vibes, aber diesmal nicht alleine sondern mit zwölf weiteren vertretern des clans, und wir hatten fast die ganze sendung für uns. das noch im selben jahr erschienene album "die reime des jungen gärtners" von scheibsta - einem mc der dyzmarec crew - fand auch prompt noch mal wesentlich mehr anklang. features mit sehr anerkannten künstlern aus ganz österreich werden schön langsam zur regel.
das alles macht mich im nachhinein schon etwas stolz. ich hab alles gegeben was zu dieser zeit möglich war und meine ganze routine, all meine gesammeltem erfahrungen, meine persönlichkeit, viel geld, aber nicht zuletzt auch meine seele und sehr viel herz investiert.
auch aufgrund dessen habe ich mir, bis auf ein paar ausnahmen, bis zum sommer dieses jahres eine kreative auszeit gegönnt und erst vor kurzem wieder die motivation und den mut gefunden eine neue eigenproduktion in angriff zu nehmen. aber diesmal nicht allein. gemeinsam mit dem extrem talentierten salzburger nachwuchs mc demolux entstanden über den sommer schon einige sehr coole nummern und wenn alles klappt gibts anfang nächstes jahr das "luxusthail" von demolux und thaiman.
gerade im moment hab ich mich einem projekt namens "soizburga rap" verschrieben. ein acht minuten langer track (schon zu hören auf myspace) mit neun mc´s aus fünf verschiedenen salzburger crews zu dem wir gerade ein sehr cooles video schneiden um ein weiteres markantes zeichen in der salzburger szene zu setzen. oder wie l_iot einmal gesagt hat: ein DeNKmal!
abschließend möchte ich noch sagen dass ich hoffe noch ewig spaß am musik machen zu haben und etwas bewegen zu können. alles in allem hätte ich am anfang nie geglaubt das ich jemals dort stehen werde wo ich heute bin; genauso wenig wie ich gedacht hätte dass dieser text so lang wird. aber es macht mich neugierig auf alles kommende.





